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Winter mit gutem Gewissen

Bewegung in der Natur nur mit Hightech-Klamotten, die mit Chemikalien behandelt werden? Es gibt Alternativen: Das Recycling von Polyester und PET-Flaschen für Ski- und Snowboardmode. Foto: Pyua

Outdoormode ohne Gift

Zum Skifahren, Snowboarden oder für Spaziergänge durch verschneite Winderlandschaften muss man sich warm anziehen. Outdoor-Kleidung ist dafür erfunden worden – atmungsaktiv, wind- und wasserdicht. Häufig kommen dafür jedoch giftige Chemikalien zum Einsatz. Doch es geht auch anders.

Schon kurios: wir wollen bei Wind und Wetter raus in die Natur und hüllen uns dafür in Outdoor-Kleidung, die vor Chemie nur so strotz. Über eine Milliarde Euro gaben wir Deutschen dafür im vergangenen Jahr aus. Dass all die Membrane und Beschichtungen, die diese Kleidung so kälte-, wind- und wetterfest machen, chemisch behandelt werden, und das zum Teil mit giftigen Stoffen für Mensch und Umwelt, das hat Greenpeace im vergangenen Jahr in ihrem Outdoor-Report herausgefunden.
Greenpeace forderten die Hersteller auf, riskante Chemikalien durch umweltfreundliche zu ersetzen. Große Marken wie Adidas, Puma, Nike, H&M, Zara und Andere wollen bis 2020 eine Lösung finden. Eine Herausforderung, die bei den Großen der Branche leider nicht von heute auf morgen umsetzbar ist. Greenpeace schaut drauf, dass aus den Versprechen auch Taten werden. Ein paar kleinere Outdoor-Marken zeigen den Großen, wie das heute schon geht.
Das Kieler Label Pyua verwendet recyceltes Polyester. Die Sachen bekommen in Tests dieselben Leistungswerte wie Kleidung aus Virgin Polyester. Nur Neonfarben kommen für Pyua nicht infrage, denn die kann man nicht wieder recyceln. Auch Houdini aus Schweden setzen auf recycelte oder erneuerbare Rohstoffe und haben auch Ski- und Snowboardsachen für Kinder. Beim Schweizer Snowboard- und Bikermodelabel Zimtstern steht Umweltfreundlichkeit ebenfalls an erster Stelle.
Selbst Vaude, eine der bekanntesten deutschen Outdoor-Marken, zieht nach. Die Öko Collection der Tettnanger umfasst bereits 537 Produkte, auch sie stammen aus recyceltem Polyester oder recycelten PET-Flaschen.
Bleibt zu hoffen, dass die Masse der Outdoor-Hersteller bald nachziehen. Auch wir  können da mithelfen, in dem wir im Sportfachhandel nach umweltfreundlicher Kleidung fragen und nur kaufen, was ohne schädliche Chemie auskommt.

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