Buchtipp, Labels, Mode

Wochentipp

Lesestoff zum Schmökern für kalte Wintertage. Foto: Ellen Köhrer

Berlin, Berlin und ein Blick hinter die Kulissen

Während ich die nächste Woche auf der Fashion Week Berlin bin, stelle ich Euch drei Lieblingsbücher zum Schmökern für kalte Wintertage vor: „Berlin Fashion – Labels, Lifestyle, Looks“ von Julia Stelzner, „Mode Metropole Berlin“ von Jörg Buntenbach und „Todschick – Edle Labels, billige Mode – unmenschlich produziert“ von Gisela Burckhardt

Dass Berlin Modestadt war und wieder sein will erkennt man auch daran, dass sich immer mehr Bücher mit dem Phänomen der Berliner Mode beschäftigen.

Julia Stelzners porträtiert in ihrem Buch „Berlin Fashion“ 25 Labels, darunter auch eine handvoll ecofairer Designer wie Isabell de Hillerin. Dazu gibt’s 15 Stil-Interviews mit Experten und Shoppingtipps. Foto: Ellen Köhrer

Berlin Fashion
Jula Stelzners kurzweiliges Buch „Berlin Fashion – Labels, Lifestyle, Looks“ aus dem Prestel Verlag stellt 25 Berliner Designer vor – darunter auch eine handvoll Labels, die ich als nachhaltig bezeichnen würde. Neben Augustin Teboul sind das Isabel de Hillerin oder die Hutdesignerin Fiona Bennett. Viele Fotos zeigen die Mode der Designer. Dazu gibt’s 15 Stil-Interviews mit Experten beispielsweise über Berliner Models von Veruschka bis Franzi Müller,  Berliner Handwerkskünstler – ohne die die Designer kaum ihre wertvollen Entwürfe herstellen lassen könnten, oder über Pop-up Stores und was es mit den temporären Läden in leerstehenden Räumen auf sich hat. Dazu Adressen von Shops und Links von Berliner Modemagazinen und Bloggern aus der Hauptstadt. Unterhaltsame Lektüre mit schönem Bildmaterial.

Jörg Buntenbach schreibt in seinem Buch „Mode Metropole Berlin“ auch über Grüne Mode in der Hauptstadt. Foto: Ellen Köhrer

Mode Metropole Berlin
„Mode Metropole Berlin“ nennt Jörg Buntenbach sein textlastiges Buch mit schönen Fotos aus dem L&H Verlag. Der Autor widmet der Modegeschichte Berlins das erste Kapitel. Er schaut hinter die Kulissen der Fashion Week. Die Bread & Butter (B&B) Messe für Streetware steht hier im Zentrum. Leider dreht sich das Modekarusell viel zu schnell für die lange Produktionszeit eines Buches. Die B&B hat erst vor Kurzem Insolvenz angemeldet und und macht jetzt statt einer riesigen Messe im Tempelhofer Flughafen eine kleinere Off-Veranstaltung in Berlin-Mitte. Zurück zum Buch, das widmet auch der Green Fashion in der Hauptstadt mehrere Seiten. Und für alle, die irgendwas mit Mode lernen oder studieren wollen, beschreibt Buntenbach 12 Berliner Modeschulen und ihre Besonderheiten. Für alle Neugierigen oder Besucher werden auch Shops nach Stadtteilen beschrieben und aufgelistet. Für wissbegierige Leser und solche, die irgendwas mit Mode beruflich machen wollen.

Gisela Burckhardt empfiehlt in ihrem Buch "Todschick", dass wir unser Kaufverhalten überdenken und Kleidung wieder bewusst konsumieren. Foto: Ellen Köhrer

Gisela Burckhardt empfiehlt in ihrem Buch „Todschick“, dass wir unser Kaufverhalten überdenken und Kleidung wieder bewusst konsumieren. Foto: Ellen Köhrer

Todschick
Gisela Burckhards Buch „Tocschick – Edle Labels, billige Mode – unmenschlich produziert“ ist ein Sachbuch, das einen gnadenlosen Blick hinter die Kulissen der Mode-  und Kleiderproduktion in Bangladesch wagt. Burckhard, die als Entwicklungsexpertin bei FEMNET den Durchblick hat, schildert, warum es immer wieder zu Unfällen, Bränden und dem Fabrikeinsturz von Rana Plaza kommt. Sie schildert auch, was sich seit Rana Plaza verändert hat. Außerdem haben Burckhardt und ihre Mitarbeiter 12 Fabriken näher untersucht, sie wollten wissen, ob es einen Unterschied in der Produktion von Billigklamotten von H&M und Luxusmode von Hugo Boss gibt. Die Ergebnisse sind leider nicht besonders ermutigend. Am Ende des Buches gibt es zahlreiche Tipps für den klugen Konsum von Kleidung und wie das aussehen kann. Außerdem werden die wichtigsten Textilsiegel  beschrieben. Viel fundierter Lesestoff für neugierige Leser, die es ganz genau wissen wollen.

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