Mode, News

Das war 2015/2

Zukunfstsvisionen: 3D-Kollektion von Danit Peleg aus Israel. Foto: Daria Ratiner

Mein modischer Jahresrückblick: Teil 2

Weiter geht’s mit meinen ganz persönlichen ecofairen Modetrends von Juli bis Dezember 2015: Mode aus dem 3D-Drucker, neue vegane Materialien aus Obst und Kakteen sowie das Ergrünen der Luxusmode

Die Greenshowroom Salonshow zeigte die Trends für Frühling/Sommer 2016, wie die floralen Digitalprints auf Bioseide von Silk Boxx. Foto: Ellen Köhrer

JULI

  • Mode aus dem 3D-Drucker: Danit Peleg, israelische Modestudentin, hat ihre Abschlusskollektion auf dem 3D-Drucker hergestellt. Mit viel Geduld: 400 Stunden brauchte der 3D-Drucker für ein einziges Outfit. Damit leider bislang unbezahlbar.
  • Indigohype: Mit dem Jeanstrend ist auch die Indigopflanze, mit deren satten blauen Farbstoff die Hosen früher gefärbt wurden, wieder im Kommen. Bei Kings of Indigo aus Holland lag die Wiederentdeckung quasi im Labelnamen. Auch Hessnatur färbt die ersten Jeans damit.
  • Ethical Fashion Show und Greenshowroom: Die beiden grünen Modemessen etablieren sich auf der Fashion Week Berlin und wachsen stetig. Rund 165 Labels aus der ganzen Welt zeigten im Postbahnhof ecofaire Mode für Frühling/Sommer 2016

Child Labor Free ist eine neuseeländische Stiftung, die Modemarken dazu animiert, ohne Kinderarbeit ihre Kleidung herzustellen. Bildschirmfoto

AUGUST

  • Kinderarbeit für Modelabels: Laut Internatinaler Arbeitsorganisation (ILO) müssen weltweit 168 Kinder arbeiten. Viele davon in der Textilindustrie, beispilesweise bei der Baumwollernte. Die Stiftung „Child Labor Free“ ais Neuseeland will das ändern.
  • Vegane Handtaschen: Handtaschen aus Lederersatz sind gerade der letzte Schrei unter den Veganern. Habe nichts dagegen, wenn sie aus recyceltem oder recycelbarem Kunststoff Polyester oder PET hergestellt werden. Andere Kunststoffe sind zwar vegan aber nicht nachhaltig. Vegan ist nicht per se nachhaltig, und nachhaltig ist nicht unbedingt vegan.
  • Veganes Leder aus Obst: Modestudenten aus Rotterdam haben aus Obstabfällen ein Fruchtleder entwickelt. Der Herstellungsprozess erinnert an die Herstellung von Trockenobst.

Closing the Loop – Kreislaufwirtschaft bei Kleidung. Grafik: H&M Conscious Foundation, Globlal Change Award

SEPTEMBER

  • H&M recycelt Altkleider: Seit 2013 hat der Fast Fashion-Händler 20.000 Tonnen Altkleider in seinen Läden zurückgenommen, recycelt und zu neuer Mode verarbeitet. Wieviele Tonnen Kleidung die Schweden im selben Zeitraum verkauft haben, behalten sie bisher leider für sich. Gleichzeitig lobte die H&M Conscious Foundation den Global Change Award aus, bei dem im Februar 2016 fünf Preise im Gesamtwert von 1 Million Euro für neue Ideen zum Thema Kreislaufwirtschaft verliehen werden.
  • Kaktusseide: Und noch ein neues Material für alle Veganer und Pflanzenfreunde, eine Seide aus Aloe Vera, die in der Sahara wachsen. Die Kaktusseide wird in Marokko von Hand gewebt.
  • arte Fashion Weekend: Mein Lieblingssender hat sich zur Einstimmung auf die Pariser Prèt à Porter-Modenschauen ein ganzes Wochenende der Mode gewidmet. Darunter Dokus und Interviews mit Alexander McQueen, Jean-Paul Gaultier, Versace und Wolfgang Joop sowie über die Macht der Modeblogger.

Lemlem by Liya Kebede heißt das Label des Supermodels. Bildschirmfoto: luellajune.com

OKTOBER

  • „Überhitzt, ist Mode auf dem weg zum Burnout?“ fragte Women Wear Daily. Designer wie Karl Lagerfeld, Diane von Fürstenberg und Alber Elbaz oder Livia Firth/Eco Age, Blogger, Modefotografen und Stylisten äußerten sich zu der wachsenden Geschwindigkeit der Kollektionen, Shows, Instagram-Posts und der Angebote in Online-Shopping.
  • Mode entdeckt Tradition (wieder): Ein Gegenpol zu Fast Fashion, der schnellen billig hergestellten Massenmode, sind traditionelle Muster und Handwerkstechniken, die gerade in allen Ecken der Welt wieder entdeckt und gefördert werden. Zum Beispiel von lemlem, dem Label von  Supermodel Liya Kebede, handgewebte, fröhliche Mode aus hochwertiger Baumwolle aus Kebedes Geburtsland Äthiopien.
  • Biografien von Diane von Fürstenberg und Donna Karan: Die beiden Designerinnen und Gründerinnen megaerfolgreicher US-amerikanischer Modeunternehmen haben ihre Biografien geschrieben. „The Women I wanted to be“ heißt das Buch von Diane von Fürstenberg, jetzt auch in deutscher Übersetzung erschienen. Donna Karans Memoiren nennt sie schlicht „My Journey“.

Das Amsterdamer Label Päälä bedruckt seine Shirts und Pullover mit Pflanzen und Tieren im eigeen Silkscreen Studio. Foto: Päälä

NOVEMBER

DIe Gucci Dionysus Shoulder Bag ist jetzt aus Polyurethan statt PVC. Foto: Cosimo Sereni, Gucci

DEZEMBER

  • Stipendium für ecofaires, transparentes, veganes Design: Brun Pieters, belgischer Designer und Gründer von Honest By, hat das Future Fashion Design Scholarship gegründet. Modestudenten können 10.000 Euro für die Produktion einer nachhaltigen, ethisch korrekten, transparenten und veganen M. A.-Kollektion gewinnen. Pieters steht den Stipendiaten als Mentor zur Verfügung.
  • Weniger Konsum: Patagonia will, dass seine Kunden weniger kaufen, dafür mehr auf Qualität achten und ihre Outdoorsachen hegen und pflegen oder vom Repair Service des Unternehmens flicken lassen.
  • Grün ist der neue Luxus: Und die Washington Post fragt, warum die Luxusbranche das geheim hält. Vielleicht weil viele Leute glauben, dass Luxusgüter aus den feinsten und nachhaltigsten Materialien zu allerbesten Arbeitsbedingungen hergestellt werden und das nicht immer der Fall ist? Jedenfalls bring Gucci die ersten Handtaschen aus vegetabil gegerbtem Leder auf den Markt. Und verzichtet wie Louis Vuitton auf PVC bei seinen Taschen und nimmt stattdessen Polyurethan.

Wer meine ecofairen, modischen Highlights von Januar bis Juni verpasst hat, findet hier den Link dazu  Das war 2015/Teil 1.

Wünsche Euch allen wunderschöne, erholsame Feiertage, schöne Weihnachten und das Allerbeste für das neue Jahr!

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