Mode, Trends

Das war 2015/1

Alexander McQueen-Ausstellung „Savage Beauty“ im Londoner Victoria & Albert Museum. Hier: Installation Romantic Naturalism. Foto: (c) Victoria and Albert Museum London

Mein modischer Jahresrückblick: Teil 1

Ein turbulentes Jahr  geht zu Ende.  Meine ganz persönlichen ecofairen Modetrends 2015 sind: Vegane Mode und neue vegane Materialien wie Kork, Luxusmode wird grün sowie Recycling von Kleidung und Stoffen. Außerdem gebe ich hier meine liebsten Filme, Bücher, Magazine, Ausstellungen und News über Mode preis. Los geht’s mit meinen Favoriten der Monate Januar bis Juni

Drei norwegische Modeblogger erleben in Kambodscha wie unsere Kleidung hergestellt wird.  Bildschirmfoto: Aftenposten

JANUAR

  • TV-Serie „Sweatshop – Deadly Fashion“: Der norwegische Fernsehsender Aftenposten begleitete für seine vielgepriesene Dokumentarserie drei junge Modeblogger nach Kambodscha. Sie arbeiteten einen Tag lang  in einer Textilfabrik, erfuhren am eigenen Leibe unter welchen Bedingungen Kleidung in Niedriglohnländern hergestellt wird und sprachen mit Textilarbeiterinnen über deren Arbeit und Leben.
  • Kleiderrecycling: Die arte-Wissenschaftssendung X:enius untersuchte, was mit unseren Altkleidern passiert, wenn wir sie in den Shops zurückgeben. Textilwissenschaftler Kai Nebel von der Hochschule Reutlingen zeigt im Beitrag, welche Kleidung und Materialien heute recycelt werden kann und wo die Grenzen liegen.
  • Schönheit des Alters: Die Werbung entdeckt die reife Frau. Das französische Modelabel Celine warb mit der 80-jährigen Schriftstellerin Joan Didian aus den USA. Auch Dolce & Gabbana plazierte rüstige ältere Damen statt junger Models in seiner Werbung für die Frühlings-/Sommerkollektion. Gefunden in meinem liebsten Online-Modemagazin Business Of Fashion (BOF).

noveaux, Vegan Good Life und Fogs, drei neue Magazine rund um vegane Mode und veganen Lifestyle. Bildschirmfoto: modesearch-berlin.de, S. O. Beckmann

FEBRUAR

  • Vegane Mode- und Lifextylemagazine: Drei Magazine entdeckten im Frühjahr den Trend zum veganen Lebensstil. noveaux erschien im Februar zum ersten Mal und setzt auf vegane Mode, Interviews mit veganen Bloggern und bringt neben Kosmetiktipps auch Artikel, die mit viel Selbstironie daherkommen. Vegan Good Life stellte Co-Gründerin und Chefredakterin Julia Koch, ein ehemaliges Model, aufs Cover, konzentriert sich neben Mode auf veganes Design und Kultur und erscheint zweisprachig auf deutsch und englisch. FOGS erschien schließlich im März zum ersten Mal und berichtet über vegane Mode, grünen Lifeystle und Mobilität.
  • TV Billigkleidung: Das BR-Umweltmagazin Unkraut widmete sich billiger Kleidung und konstatierte, sie sei Gift für Mensch und Umwelt. Das Magazin sprach mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, der mit dem Textilbündnis soziale und ökologische Standards in der Textilbranche durchsetzen will. Es untersuchte außerdem, wieviel Chemie und Gifte in unseren Kleidern stecken.
  • Rückblick Greenshowroom Salonshow: Während der Fashion Week Berlin Ende Januar zeigten zahlreiche ecofaire Designer wie modern, innovativ und cool ecofaire Mode heute ist. Darunter auch Absolventen des Berliner ESMOD-Masterstudiengang „Sustainability in Fashion“. Wer meine persönlichen Lieblinge der Messen Greenshowroom un Ethical Fashion Show im Berliner Postbahnhof waren, könnt Ihr hier nachlesen.

Alexander McQueen-Ausstellung „Savage Beauty“ im Londoner Victoria & Albert Museum. Hier: Galerie Installation Romantic Naturalism. Foto: (c) Victoria and Albert Museum London

MÄRZ

  • Alexander McQueen-Ausstellung: Im März eröffnete die sagenhafte Ausstellung „Savage Beauty“ im Londoner Victoria & Albert Museum mit den außergewöhnlichen Kreationen des Designgenies, der im Februar 2010 tragisch verstarb. Bei einer Recherchereise nach London konnte ich mir die Ausstellung im Frühling ansehen. Ich war ebenso begeistert und inspiriert wie die knapp 500.000  Besucher, die die Ausstellung bis Ende August besuchten. Besucherrekord. Wohlverdient.
  • Greenpeace Detox Catwalk: Greenpeace zeigt, welche Modemarken sich verpflichtet haben, bis 2020 auf Giftstoffe in ihrer Kleidung zu verzichten und wie weit die einzelnen Hersteller mit dem Entgiften ihrer Kleidung tatsächlich sind.
  • Was bedeutet „Made in …“: Der Brooklyn Fashion and Design Accelarator untersuchte 10 „Made in ….“-Angaben von Bangladesch bis Italien und fand heraus, wo die Kleidung mit den Landesangaben wirklich hergestellt wurde.

#WhoMadeMyClothes? ist das Motto der Fashion Revolution-Bewegung am 24. April, ihrem jährlichen Aktionstag. Foto: Rachel Manns

APRIL

  • H&M Conscious Exclusive Collection: Einmal im Jahr bringt der Fast Fashion-Händler seine nachhaltige Modekollektion in limitierten Stückzahlen in ausgewählte Geschäfte. Ob Greenwashing oder zuindest bei dieser Kollektion ernstgemeinte Nachhaltigkeit ist schwer zu beurteilen. Ein Anfang auf jeden Fall. Lange festliche Kleider, elegante Jumpsuits und Smokings sind aus Bioseide, Bioleder, Bioleinen und Biobaumwolle, aus recyceltem Polyester und Lyocell (einer Viskosefaser).
  • Fashion Revolution Day: Am 24. April jährte sich der Rana Plaza-Fabrikeinsturz in Bangladesch zum zweiten Mal, dabei starben fast 1133 Menschen und 2500 wurden verletzt. Die Fashion Revolution-Bewegung rief weltweit dazu auf, nachzufragen #WhoMadeMyClothes?
  • Vegane Schuhe: Utopia hat vegane Schuhe auf Nachhaltigkeit untersucht und herausgefunden, welche Marken empfehlenswert sind. Mehr über nachhaltige Schuhmarken findet Ihr auch in meinem enorm-Artikel „Gut zu Fuß“.

Kork statt Leder – Jacke wie Hose? Foto: Bleed Clothing

MAI

  • Dokumentarfilm „The True Cost“: Andrew Morgans Film zeigt, wer unsere Kleidung herstellt, welchen Einfluss die Textilindustrie auf unsere Erde hat und warum die Preise für Kleidung seit Jahrzehnten sinken, während die Kosten für Umweltschäden dramatisch steigen. Mit dabei Livia Firth/EcoAge, Safia Minney/People Tree und Orsola de Castro/Fashion Revolution.
  • Kork statt Leder: Jacken, Gürtel, Taschen oder Geldbeutel aus Kork gelten  neuerdings als vegane Alternative zu Leder. Auf Kirsten Broddes Blog Grüne Mode könnt ihr lesen, welche Labels Kork im Programm haben.
  • Biobaumwolle zu Discounterpreisen: Nochmal Utopia, diesmal untersucht das Onlinemagazin, was hinter den Versprechen von H&M, C&A und Co. und ihren billigen Jeans und T-Shirts aus Biobaumwolle steckt. Sie berichten, wie Biobaumwolle die Umwelt belastet und was das Recycling von Altkleidern bei den Discountern bedeutet.

Zu Dries van Notens „Inspirations“ gehört auch das Slow Motion-Video von David Michalek, das im Antwerper Modemuseum im Rahmen der Ausstellung gezeigt wurde. Foto: Ellen Köhrer

JUNI

  • Dries van Noten-Ausstellung „Inspiratons“: Für eine weitere Recherche bin ich ins schöne Antwerpen nach Belgien gereist. Weil etwas Zeit war, konnte ich auch das Modemuseum in der Altstadt besuchen und mir die allererste Dries van Noten-Ausstellung anschauen. Gezeigt wurden Stücke seiner Kollektionen zusammen mit Kunst und Gewändern vergangener Epochen, die den belgischen Designer zu seinen Entwürfen inspirierten, darunter Pablo Picasso, Yves Klein und Damien Hirst. Hier der Trailer.
  • Skandal bei Hermès Birkin Bag: Die Taschen aus Krokokilleder kosten bis zu 50.000 Euro. Dass dafür Krokodile sterben müssen ist schon unerhört, der Preis sowieso. Man erwartet das Beste vom Besten. Eine Tierschutzorganisation hat Tierquälerei auf Hermès Krokodilfarmen entdeckt. Jane Birkin, Namenspatin der Taschen, hat darauf ihren Namen zruückgezogen.
  • 365 Tage in Secondhandkleidung: Hindi Kiflai startete Anfang des Jahres einen Selbstversuch und dokumentierte ihre kreativen Outfits auf Dailyrewind. Für noveaux habe ich die Modeliebhaberin, Bloggerin und Hörfunkjournalistin interviewt.

Was zwischen Juli und Dezember in der ecofairen Modewelt und darüber hinaus passiert ist, könnt Ihr in Das war 2015/Teil 2 lesen.

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